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Dienstag, 25. November 2008, 19:05

caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
10,11,12,13,14,15,16,17,18,19
20,21,22,23,24,25,26,27,28,29
30,31,32,33,34,35,36,37,38,39
40,41,42,43,44,45,46,47,48,49
50,51,52,53,54[hr]

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Mittwoch, 26. November 2008, 18:21

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 1

Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur. Hi omnes lingua, institutis, legibus inter se differunt. Gallos ab Aquitanis Garumna flumen, a Belgis Matrona et Sequana dividit. Horum omnium fortissimi sunt Belgae, propterea quod a cultu atque humanitate provinciae longissime absunt, minimeque ad eos mercatores saepe commeant atque ea quae ad effeminandos animos pertinent important, proximique sunt Germanis, qui trans Rhenum incolunt, quibuscum continenter bellum gerunt. Qua de causa Helvetii quoque reliquos Gallos virtute praecedunt, quod fere cotidianis proeliis cum Germanis contendunt, cum aut suis finibus eos prohibent aut ipsi in eorum finibus bellum gerunt. Eorum una, pars, quam Gallos obtinere dictum est, initium capit a flumine Rhodano, continetur Garumna flumine, Oceano, finibus Belgarum, attingit etiam ab Sequanis et Helvetiis flumen Rhenum, vergit ad septentriones. Belgae ab extremis Galliae finibus oriuntur, pertinent ad inferiorem partem fluminis Rheni, spectant in septentrionem et orientem solem. Aquitania a Garumna flumine ad Pyrenaeos montes et eam partem Oceani quae est ad Hispaniam pertinet; spectat inter occasum solis et septentriones.

[hr]

Gallien ist ursprünglich das Reich der Kelten, die von den Griechen Keltai oder Gelatä oder auch Galloi und in den Römern Galli genannt wurden. Zu Cäsars Zeit unterschied man zwei Hauptteile: Gallia citerior oder cisalpina, das diesseitige oder diesseits der Alpen gelegene Gallien, die schon seit 400 v. u. Z. von gallischen Völkern besetzten Gegenden der oberitalienischen Poebene, die die Römer nicht zu Italien rechneten. Die Grenze im Süden dieses cisalpinischen Galliens bildete der kleine Fluß Rubikon (Rubico).b. Gallio ulterior oder transalpina, das jenseitige oder jenseits der Alpen gelegene Gallien, das den größten Teil der Schweiz, das heutige Frankreich, den linksrheinischen Teil Deutschlands und die Niederlande umfaßte. Der südöstliche, von Kelten und Ligurern besiedelte und schon vor Cäsar von den Römern eroberte Teil von Gallia ulterior heißt bei Cäsar gewöhnlich provincia (die heutige Provence), später nach der Hauptstadt Narbe, heute Narbonne, gewöhnlich Gallia Narbonensis. Sie reichte von den Alpen bis zum Oberlauf der Garonne (Garunna), vom Mittelländischen Meer bis an die Cevennen und das Rhonetal herauf bis zum Genfer See. Gallien in seiner Gesamtheit ist in drei Stücke geteilt, von denen den einen die Belgier bewohnen, den anderen die Aquitaner und den dritten, die welche in ihrer eigenen Sprache Kelten, in unserer Gallier heißen. Diese sind alle nach Sprache, Einrichtungen und Gesetzen untereinander verschieden. Der Fluß trennt die Gallier von den Aquitanern Garonne (Garunna), von den Belgiern die Marne (Matrona) und die Seine (Sequana). Von diesen allen die tapfersten sind die Belgier, deswegen weil sie der Lebensweise und Bildung von der römischen Provinz am weitesten entfernt sind, keineswegs bei ihnen Kaufleute häufig ein- und ausgehen und das, was zur Verweichlichung der Gemüter dient, und weil sie am nächsten benachbart den Germanen sind, die jenseits des Rheines (Rhenus) wohnen, mit denen sie immer Krieg führten. Aus diesem Grunde übertreffen auch die Helvetier die anderen Germanen an Tapferkeit, weil sie sich in fast täglichen Kämpfen mit den Germanen messen, indem sie entweder von ihren eigenen Grenzen sie abwehren oder selbst in deren Lande Krieg führen. Von ihnen ein Part, den, wie gesagt, die Gallier innehaben, beginnt an der Rhone (Rhodanus); er wird begrenzt von der Garonne (Garunna), dem Ozean und von dem Reich der Belgier; er berührt auch von der Seite der Sequaner, und Helvetier aus den Rhein; er liegt nach Norden zu. Das Gebiet der Belger startet an den äußersten Grenzen Galliens; es erstreckt sich bis zum unteren Teile des Rheines; es schaut (ist gerichtet) nach Nordosten. Aquitanien erstreckt sich von der Garonne bis zum Pyrenäengebirge und demjenigen Teile des Ozeans, der bei Spanien (Hispania) ist; es sieht nach Nordwesten.

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Mittwoch, 26. November 2008, 18:22

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 2

Apud Helvetios longe nobilissimus fuit et ditissimus Orgetorix. Is M. Messala, [et P.] M. Pisone consulibus regni cupiditate inductus coniurationem nobilitatis fecit et civitati persuasit ut de finibus suis cum omnibus copiis exirent: perfacile esse, cum virtute omnibus praestarent, totius Galliae imperio potiri. Id hoc facilius iis persuasit, quod undique loci natura Helvetii continentur: una ex parte flumine Rheno latissimo atque altissimo, qui agrum Helvetium a Germanis dividit; altera ex parte monte Iura altissimo, qui est inter Sequanos et Helvetios; tertia lacu Lemanno et flumine Rhodano, qui provinciam nostram ab Helvetiis dividit. His rebus fiebat ut et minus late vagarentur et minus facile finitimis bellum inferre possent; qua ex parte homines bellandi cupidi magno dolore adficiebantur. Pro multitudine autem hominum et pro gloria belli atque fortitudinis angustos se fines habere arbitrabantur, qui in longitudinem milia passuum CCXL, in latitudinem CLXXX patebant.

[hr]

Bei den Helvetiern war bei fernsten am angesehensten und reichsten Orgetorix. Dieser, unter dem Konsulat des Marcus Messala und Marcus Piso (61 v. u. Z.) von Verlangen nach der Königsherrschaft veranlaßt, stiftete eine Verschwörung des Adels an und redete die Bürgerschaft, ihr Land mit allen Vorräten (mit Sack und Pack) zu verlassen: Es sei sehr leicht, da sie an Tapferkeit alle überträfen, sich der Herrschaft über ganz Gallien anzueignen. Dazu überredete er sie um so leichter, weil die Helvetier von allen Seiten durch die Natur des Landes (durch natürliche Schranken) eingeengt sind: auf der einen Seite durch den sehr breiten und sehr tiefen Rhein, der die Helvetier von den Germanen trennt, auf der anderen Seite durch das so hohe Juragebirge, das zwischen den Sequanern und Helvetiern lag; auf der dritten durch den Genfer See und die Rhone, die unsere Provinz von den Helvetiern trennte. Dadurch kam es, daß sie sowohl weniger weit Streifzüge unternehmen als auch weniger einfach ihre Grenznachbarn angreifen konnten; in dieser Hinsicht waren die kriegslustigen Leute sehr bekümmert (wörtlich: wurden ... mit großem Kummer behaftet). Im Verhältnis zur Bevölkerungsmenge, ihrem Kriegsruhme und ihrer Tapferkeit glaubten sie ein zu kleines Land inne zu haben, das sich 240 Meilen (360 km) in die Länge und 180 Meilen (270 km) in die Breite erstrecke.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:18

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 3

His rebus adducti et auctoritate Orgetorigis permoti constituerunt ea quae ad proficiscendum pertinerent comparare, iumentorum et carrorum quam maximum numerum coemere, sementes quam maximas facere, ut in itinere copia frumenti suppeteret, cum proximis civitatibus pacem et amicitiam confirmare. Ad eas res conficiendas biennium sibi satis esse duxerunt; in tertium annum profectionem lege confirmant. Ad eas res conficiendas Orgetorix deligitur. Is sibi legationem ad civitates suscipit. In eo itinere persuadet Castico, Catamantaloedis filio, Sequano, cuius pater regnum in Sequanis multos annos obtinuerat et a senatu populi Romani amicus appellatus erat, ut regnum in civitate sua occuparet, quod pater ante habuerit; itemque Dumnorigi Haeduo, fratri Diviciaci, qui eo tempore principatum in civitate obtinebat ac maxime plebi acceptus erat, ut idem conaretur persuadet eique filiam suam in matrimonium dat. Perfacile factu esse illis probat conata perficere, propterea quod ipse suae civitatis imperium obtenturus esset: non esse dubium quin totius Galliae plurimum Helvetii possent; se suis copiis suoque exercitu illis regna conciliaturum confirmat. Hac oratione adducti inter se fidem et ius iurandum dant et regno occupato per tres potentissimos ac firmissimos populos totius Galliae sese potiri posse sperant.

[hr]

Hierdurch (durch diese Ursachen) veranlaßt und durch das Ansehen des Orgetorix bewogen, beschlossen sie, das, was nach ihrer Meinung zum Auszug gehörte, vorzubereiten, (d.h.) eine möglichst große Zahl Zugtiere und Karren aufzukaufen, möglichst große Saaten zu machen (möglichst viel Land zu bestellen) damit unterwegs der Getreidevorrat lange, und mit den nächsten Stämmen Frieden und Freundschaft zu schließen (zu sichern). Zur Beendigung dieser Dinge (zur Durchführung dieser Maßnahmen) genüge ihnen, glaubten sie, ein Zeitraum von zwei Jahren; auf das dritte Jahr setzen sie durch ein Gesetz den Aufbruch fest. Zur Umsetzung dieser Maßnahmen wird Orgetorix gewählt. Dieser nahm den Weg zu den Stämmen auf sich (dieser unternahm es, die einzelnen Stämme aufzusuchen). Dabei (wörtlich: auf diesem Wege) überredet er den Casticus, des Catamantaloedes Sohn einen Sequaner, dessen Vater bei den Sequanern viele Jahre die Herrschaft innegehabt hatte und vom Senate des römischen Volkes "Freund" genannt worden war, sich in seinem Stamme des Thrones zu bemächtigen, den sein Vater vorher innegehabt hatte. Und ebenso überredet er den Häduer Dumnorix, den Sohn des Diviciacus, der zu dieser Zeit die erste Stelle in seinem Stamme einnahm und beim Volke am meisten beliebt war, das gleiche zu versuchen, und gibt ihm seine Tochter zur Frau. Es sei sehr leicht auszuführen, macht er jenen klar, die Dinge durchzuführen, deswegen weil er selbst in seinem Stamme die Macht übernehmen werde; es sei nicht zweifelhaft, daß von ganz Gallien die Helvetier die größte Macht besäßen; er verichert, er werde mit seinen Mitteln und seiner Heeresmacht ihnen zur Herrschaft verhelfen. Durch diese Rede verleitet, leisten sie (d. h. Dumnorix, Casticus und Orgetorix) untereinander den Treueid und geben sich der Hoffnung hin, daß sie nach Besitzergreifung der Herrschaft sich mit Hilfe der drei mächtigsten und stärksten Stämme ganz Gallien unterwerfen können.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:22

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 4

Ea res est Helvetiis per indicium enuntiata. Moribus suis Orgetoricem ex vinculis causam dicere coegerunt; damnatum poenam sequi oportebat, ut igni cremaretur. Die constituta causae dictionis Orgetorix ad iudicium omnem suam familiam, ad hominum milia decem, undique coegit, et omnes clientes obaeratosque suos, quorum magnum numerum habebat, eodem conduxit; per eos ne causam diceret se eripuit. Cum civitas ob eam rem incitata armis ius suum exequi conaretur multitudinemque hominum ex agris magistratus cogerent, Orgetorix mortuus est; neque abest suspicio, ut Helvetii arbitrantur, quin ipse sibi mortem consciverit.

[hr]

Dieser Plan wurde von den Helvetiern durch eine Aufruf gemeldet (verraten). Ihren Sitten gemäß zwangen sie Orgetorix, seine Sache gefesselt (d. h. als Festgenommenen) zu führen; daß dem Verurteilten (der Verurteilung) die Strafe folgte, daß er verbrannt wurde, war außerordentlich erforderlich. An dem für die Verhandlung festgesetzten Tage ließ Orgetorix an dem Gericht seine gesamte Familie (alle seine Leibeigenen) - an die 10000 Mann - von überall her sich einfinden, und alle seine Klienten sowie Schuldner, deren er eine große Menge hatte, führte er ebendort zusammen; durch diese (dank diesen) befreite er sich davon, daß er sich verantwortete. Als der Stamm, deswegen erbittert, mit den Waffen sein Recht geltend zu machen versuchte und die Behörden eine Masse Menschen vom Lande (eine Menge Landvolk) zusammenbrachten, starb Orgetorix, und es liegt der Verdacht nicht fern, wie die Helvetier glauben, daß er selbst sich den Tod gegeben hat.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:24

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 5

Post eius mortem nihilo minus Helvetii id quod constituerant facere conantur, ut e finibus suis exeant. Ubi iam se ad eam rem paratos esse arbitrati sunt, oppida sua omnia, numero ad duodecim, vicos ad quadringentos, reliqua privata aedificia incendunt; frumentum omne, praeter quod secum portaturi erant, comburunt, ut domum reditionis spe sublata paratiores ad omnia pericula subeunda essent; trium mensum molita cibaria sibi quemque domo efferre iubent. Persuadent Rauracis et Tulingis et Latobrigis finitimis, uti eodem usi consilio oppidis suis vicisque exustis una cum iis proficiscantur, Boiosque, qui trans Rhenum incoluerant et in agrum Noricum transierant Noreiamque oppugnabant, receptos ad se socios sibi adsciscunt.

[hr]

Nach dessen Versterben versuchen die Helvetier nichtsdestoweniger, das, was sie beschlossen hatten, auszuführen, daß sie nämlich aus ihrem Lande ausziehen. Sobald sie nun wussten, sie seien dazu (genügend) gerüstet, stecken sie alle ihre Städte, an Zahl etwa zwölf, ihre etwa 400 Dörfer und die übrigen Einzelgeschäfte in Brand, verbrennen alles Getreide, außer dem, das sie mitzunehmen gedachten, damit sie, wenn die Aussicht auf eine Rückkehr in die Heimat genommen sei, bereiter zum Ertragen aller Gefahren seien, und befohlen, daß nur für drei Monate gemahlenes Getreide ein jeder für sich von daheim mitnehme. Sie überreden die Rauricer, Tulinger und Latobriger, ihre Grenznachbarn, denselben Plan benutzend ... nach Einäscherung ihrer Städte und Dörfer zusammen mit ihnen zu ziehen, und die Bojer, die jenseits des Rheines gewohnt hatten, in die Norische Mark hinübergezogen waren und Noreja (Neumarkt in der Steiermark) belagert hatten, machen sie als bei sich aufgenommene sich zu Bundesgenossen.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:27

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 6

Erant omnino itinera duo, quibus itineribus domo exire possent: unum per Sequanos, angustum et difficile, inter montem Iuram et flumen Rhodanum, vix qua singuli carri ducerentur, mons autem altissimus impendebat, ut facile perpauci prohibere possent; alterum per provinciam nostram, multo facilius atque expeditius, propterea quod inter fines Helvetiorum et Allobrogum, qui nuper pacati erant, Rhodanus fluit isque non nullis locis vado transitur. Extremum oppidum Allobrogum est proximumque Helvetiorum finibus Genava. Ex eo oppido pons ad Helvetios pertinet. Allobrogibus sese vel persuasuros, quod nondum bono animo in populum Romanum viderentur, existimabant vel vi coacturos ut per suos fines eos ire paterentur. Omnibus rebus ad profectionem comparatis diem dicunt, qua die ad ripam Rhodani omnes conveniant. Is dies erat a. d. V. Kal. Apr. L. Pisone, A. Gabinio consulibus.

[hr]

Es gab im ganzen nur zwei Wege, auf denen die Helvetier das Heim verlassen konnten, einen durch das Gebiet der Sequaner, schmal und beschwerlich, zwischen dem Jura und der Rhone, wo die Karren kaum einzeln fahren konnten; ein sehr hoher Berg aber hing herüber, so daß mit Leichtigkeit sehr wenige sperren konnten: der andere, durch unsere Provinz, (war) viel leichter und bequemer deswegen, weil zwischen dem Land der Helvetier und dem der Allobroger, die unlängst erst bezwungen worden waren, die Rhone fließt und diese an einigen Stellen durch eine Furt überschritten wird. Die allerletzte Stadt der Allobroger und nächste dem Helvetiergebiete ist Genf (Genava). Aus dieser Stadt führte eine Brücke zu den Helvetiern. Sie würden die Allabroger, so glaubten die Helvetier, überreden, weil sie noch nicht gut gesinnt gegen das römische Volk zu sein schienen, oder mit Gewalt zwingen, daß sie gestatteten, durch ihr Gebiet zu ziehen. Nachdem alles zum Aufbruch vorbereitet ist, setzen sie einen Tag fest, an dem sich alle am Rhoneufer einfinden sollten. Dieser Tag war auch der 5. vor den Kaleriden des April (28. März) im Konsulatsjahre des Lucius Piso und Aulus Gabinius.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:31

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 7

Caesari cum id nuntiatum esset, eos per provinciam nostram iter facere conari, maturat ab urbe proficisci et quam maximis potest itineribus in Galliam ulteriorem contendit et ad Genavam pervenit. Provinciae toti quam maximum potest militum numerum imperat (erat omnino in Gallia ulteriore legio una), pontem, qui erat ad Genavam, iubet rescindi. Ubi de eius adventu Helvetii certiores facti sunt, legatos ad eum mittunt nobilissimos civitatis, cuius legationis Nammeius et Verucloetius principem locum obtinebant, qui dicerent sibi esse in animo sine ullo maleficio iter per provinciam facere, propterea quod aliud iter haberent nullum: rogare ut eius voluntate id sibi facere liceat. Caesar, quod memoria tenebat L. Cassium consulem occisum exercitumque eius ab Helvetiis pulsum et sub iugum missum, concedendum non putabat; neque homines inimico animo, data facultate per provinciam itineris faciundi, temperaturos ab iniuria et maleficio existimabat. Tamen, ut spatium intercedere posset dum milites quos imperaverat convenirent, legatis respondit diem se ad deliberandum sumpturum: si quid vellent, ad Id. April. reverterentur.

[hr]

Als Cäsar dieses gemeldet wurde, daß sie durch unsere Provinz zu ziehen versuchten, beeilt er sich, von der Stadt (vor, Rom) aufzubrechen und reist, so schnell er kann, ins jenseitige Gallien und trifft in der Gegend von Genf (Genava) ein. Der gesamten Provinz befahl er, eine möglichst große Anzahl Soldaten zu stellen - es stand im ganzen im jenseitigen Gallien nur eine Legion die bei Genf war, läßt er abbrechen. Sobald die Helvetier von seiner Ankunft benachrichtigt worden sind, schicken sie als Gesandte zu ihm die Besten ihres Stammes, in welcher Gesandtschaft Nammejus und Veruclötius die erste Stelle einnahmen (die Führung hatten), die sagen sollten, sie hätten im Sinne, ohne irgendwelche Gewalttätigkeit durch die Provinz zu ziehen, deswegen, weil sie keinen anderen Weg hätten: sie bäten darum, daß es ihnen erlaubt sei, dies mit seiner Genehmigung zu tun. Weil sich Cäsar erinnerte, daß von den Helvetiern der Konsul Lucius Cassius getötet und sein Heer geschlagen und unters Joch geschickt worden war (107 v. u. Z.), glaubte er nicht zustimmen zu dürfen; auch glaubte er nicht, daß Leute von feindlicher Gesinnung, wenn die Gelegenheit, durch die Provinz zu gehen, geboten sei, einer Rechtsverletzung und Gewalttat enthalten werden. Damit jedoch eine Zeit dazwischen vergehen könne, bis die Menschen, die er verlangt hatte, zusammenkommen, antwortete er den Gesandten, er werde sich eine Frist zum überlegen nehmen; wenn sie etwas wollten, sollten sie an den Iden des April (13. April) wiederkommen.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:35

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 8

Interea ea legione quam secum habebat militibusque, qui ex provincia convenerant, a lacu Lemanno, qui in flumen Rhodanum influit, ad montem Iuram, qui fines Sequanorum ab Helvetiis dividit, milia passuum XVIIII murum in altitudinem pedum sedecim fossamque perducit. Eo opere perfecto praesidia disponit, castella communit, quo facilius, si se invito transire conentur, prohibere possit. Ubi ea dies quam constituerat cum legatis venit et legati ad eum reverterunt, negat se more et exemplo populi Romani posse iter ulli per provinciam dare et, si vim facere conentur, prohibiturum ostendit. Helvetii ea spe deiecti navibus iunctis ratibusque compluribus factis, alii vadis Rhodani, qua minima altitudo fluminis erat, non numquam interdiu, saepius noctu si perrumpere possent conati, operis munitione et militum concursu et telis repulsi, hoc conatu destiterunt.

[hr]

Unterdessen legt er mit der Legion, die er mit sich hatte, und mit den Soldaten, die aus der Provinz zusammengekommen waren, vom Genfer See, der in die Rhone fließt bis zum Juragebirge, das das Gebiet der Sequaner von den Helvetiern trennt, eine Mauer von 19 000 Doppelschritt Länge (27,5 km) und 16 Fuß (4,8 m) Höhe an und einen Graben davor. Nachdem dieses Werk vollendet war, stellt er an verschiedenen Punkten Schutzpfosten auf und ließ Bastionen errichten, damit er um so leichter abwehren könne, falls sie wider seinen Willen überzusetzen versuchen sollten. Sobald der Termin, den er mit den Gesandten vereinbart hatte, gekommen ist und die Gesandten zu ihm zurück gekommen sind, erklärte er, er könne nach Herkommen und Brauch des römischen Volkes keinem den Zug durch die Provinz erlauben, und macht klar, daß er es verhindern werde, falls sie Gewalt anzuwenden versuchen sollten. Die Helvetier, in dieser Hoffnung vertäuscht, versuchten auf zusammengekoppelten Schiffen und mehreren dazu gezimmerten Flößen, andere an seichten Stellen der Rhone, wo die Tiefe des Flusses am geringsten war, bisweilen bei Tage, häufiger bei Nacht, ob sie durchbrechen könnten, wurden aber durch die Stärke der Verschanzung, den Zusammenlauf der Soldaten und die Geschosse zurückgetrieben und standen von diesem Versuch ab.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:38

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 9

Relinquebatur una per Sequanos via, qua Sequanis invitis propter angustias ire non poterant. His cum sua sponte persuadere non possent, legatos ad Dumnorigem Haeduum mittunt, ut eo deprecatore a Sequanis impetrarent. Dumnorix gratia et largitione apud Sequanos plurimum poterat et Helvetiis erat amicus, quod ex ea civitate Orgetorigis filiam in matrimonium duxerat, et cupiditate regni adductus novis rebus studebat et quam plurimas civitates suo beneficio habere obstrictas volebat. Itaque rem suscipit et a Sequanis impetrat ut per fines suos Helvetios ire patiantur, obsidesque uti inter sese dent perficit: Sequani, ne itinere Helvetios prohibeant, Helvetii, ut sine maleficio et iniuria transeant.

[hr]

So blieb nur der eine Weg durch das Land der Sequaner übrig auf dem sie aber wegen seiner Enge gegen den Willen der Sequaner nicht ziehen konnten. Da sie diese von sich selbst aus nicht überreden konnten, schicken sie Gesandte an den Häduer Dumnorix, um es (die Erlaubnis zum Durchzug) durch seine Fürsprache von den Sequanern zu erwirken. Dumnorix besaß durch Beliebtheit und Freigiebigkeit bei den Sequanern einen sehr großen Machteinfluß und war den Helvetiern Freund, weil er aus diesem Staate des Orgetorix Tochter als Gattin heimgeführt hatte, aus Verlangen nach der Königsherrschaft auf Neuerungen sann und möglichst viele Stämme durch persönliche Gunstbezeigung verpflichtet haben wollte. Daher übernahm er die Sache und erreicht von den Sequanern, daß sie die Helvetier durch ihr Land ziehen lassen, und setzt durch, daß sie untereinander Geiseln stellen: die Sequaner, damit sie die Helvetier nicht am Marsch hindern, die Helvetier, damit sie ohne Gewalttat und Untat hindurchziehen.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:42

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 10

Caesari renuntiatur Helvetiis esse in animo per agrum Sequanorum et Haeduorum iter in Santonum fines facere, qui non longe a Tolosatium finibus absunt, quae civitas est in provincia. Id si fieret, intellegebat magno cum periculo provinciae futurum ut homines bellicosos, populi Romani inimicos, locis patentibus maximeque frumentariis finitimos haberet. Ob eas causas ei munitioni quam fecerat T. Labienum legatum praeficit; ipse in Italiam magnis itineribus contendit duasque ibi legiones conscribit et tres, quae circum Aquileiam hiemabant, ex hibernis educit et, qua proximum iter in ulteriorem Galliam per Alpes erat, cum his quinque legionibus ire contendit. Ibi Ceutrones et Graioceli et Caturiges locis superioribus occupatis itinere exercitum prohibere conantur. Compluribus his proeliis pulsis ab Ocelo, quod est oppidum citerioris provinciae extremum, in fines Vocontiorum ulterioris provinciae die septimo pervenit; inde in Allobrogum fines, ab Allobrogibus in Segusiavos exercitum ducit. Hi sunt extra provinciam trans Rhodanum primi.

[hr]

Cäsar wurde gemeldet, die Helvetier hätten im Sinne, durch die Mark der Sequaner und Häduer ins Gebiet der Santoner zu ziehen, die nicht weit vom Gebiet der Tolosaten entfernt sind, eines kriegerischen Stammes in der Provinz. Cäsar sah ein, daß es, wenn dieses geschehe, mit großer Gefahr für die Provinz (verbunden) sein werde, daß sie kriegslustige Menschen, Feinde des römischen Volkes, mit ihrem offenen und ganz besonders getreidereichen Gegenden als Grenznachbarn habe. Infolgedessen stellte er diejenige Befestigungen, die er hatte anlegen lassen, unter den Befehl des Legaten; er selbser reist in Eile nach Italien (Oberitalien, ins diesseitige Gallien), hebt daselbst zwei Legionen aus, führt die drei Legionen, die bei Aquileja (blühende Handelsstadt im lsonzodelta) überwinterten, aus dem Winterlager heraus und beeilte sich, wo der nächste Weg ins jenseitige Gallien über die Alpen führte, mit diesen fünf Legionen zurückzukehren. Dort versuchten die Ceutronen, Grajoceler und Caturigen nach der Besetzung der Anhöhen das Heer am Weitermarsch zu hindern. Nachdem diese in mehreren Gefechten geschlagen worden sind, gelangte Cäsar von Ocelum, welches die letzte Stadt der diesseitigen Provinz ist, ins Gebiet der Vocoritier in der jenseitigen Provinz am siebenten Tage: von dort aus führt er sein Heer ins Gebiet der Allobroger, von den Allobrogern zu den Segusiavern. Diese sind außerhalb der Provinz jenseits der Rhone die ersten dieser.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:47

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 11

Helvetii iam per angustias et fines Sequanorum suas copias traduxerant et in Haeduorum fines pervenerant eorumque agros populabantur. Haedui, cum se suaque ab iis defendere non possent, legatos ad Caesarem mittunt rogatum auxilium: ita se omni tempore de populo Romano meritos esse ut paene in conspectu exercitus nostri agri vastari, liberi [eorum] in servitutem abduci, oppida expugnari non debuerint. Eodem tempore quo Haedui Ambarri, necessarii et consanguinei Haeduorum, Caesarem certiorem faciunt sese depopulatis agris non facile ab oppidis vim hostium prohibere. Item Allobroges, qui trans Rhodanum vicos possessionesque habebant, fuga se ad Caesarem recipiunt et demonstrant sibi praeter agri solum nihil esse reliqui. Quibus rebus adductus Caesar non expectandum sibi statuit dum, omnibus, fortunis sociorum consumptis, in Santonos Helvetii pervenirent.

[hr]

Die Helvetier hatten bereits ihre Scharen durch den engen Paß und das Gebiet der Sequaner hindurchgeführt, waren ins Gebiet der Häduer gelangt und verwüsteten deren äcker. Da die Häduer sich und das Ihrige vor ihnen nicht mehr schätzen konnten, schicken sie Gesandte zu Cäsar, um Hilfe zu erbitten; so hätten sie sich jederzeit um das römische Volk verdient gemacht, daß beinahe dieses im Angesichts unseres Heeres die Äcker nicht hätten verwüstet werden, ihre Kinder nicht hätten in die Sklaverei weggeführt werden und die Städte nicht hätten erobert werden dürfen. Zu dergleichen Zeit teilen die Ambarrer, Schützlinge und Blutsverwandte der Häduer, Cäsar mit, daß sie nach Verwüstung ihrer Fluren nicht leicht von ihren Städten den Ansturm der Feinde fernhalten. Ebenso flüchteten sich die Allobroger, die (soweit sie) jenseits der Rhone Dörfer und Ländereien besaßen, zu Cäsar und tun dar, daß ihnen außer ihrem Grund und Boden ihres Landes nichts übrig (nichts geblieben) sei. Durch diese Mitteilungen bewegen, sagt sich Cäsar, daß er nicht warten darf, bis die Helvetier nach Vernichtung der gesamten Habe seiner Bundesgenossen ins Gebiet der Santoner gelangten.

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Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:51

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 12

Flumen est Arar, quod per fines Haeduorum et Sequanorum in Rhodanum influit, incredibili lenitate, ita ut oculis in utram partem fluat iudicari non possit. Id Helvetii ratibus ac lintribus iunctis transibant. Ubi per exploratores Caesar certior factus est tres iam partes copiarum Helvetios id flumen traduxisse, quartam vero partem citra flumen Ararim reliquam esse, de tertia vigilia cum legionibus tribus e castris profectus ad eam partem pervenit quae nondum flumen transierat. Eos impeditos et inopinantes adgressus magnam partem eorum concidit; reliqui sese fugae mandarunt atque in proximas silvas abdiderunt. Is pagus appellabatur Tigurinus; nam omnis civitas Helvetia in quattuor pagos divisa est. Hic pagus unus, cum domo exisset, patrum nostrorum memoria L. Cassium consulem interfecerat et eius exercitum sub iugum miserat. Ita sive casu sive consilio deorum immortalium quae pars civitatis Helvetiae insignem calamitatem populo Romano intulerat, ea princeps poenam persolvit. Qua in re Caesar non solum publicas, sed etiam privatas iniurias ultus est, quod eius soceri L. Pisonis avum, L. Pisonem legatum, Tigurini eodem proelio quo Cassium interfecerant.

[hr]

Es gibt den Fluß Arar, der durch die Lande der Häduer und Sequaner der Rhone zufließt in unglaublicher Langsamkeit, so daß man mit den Augen nicht beurteilen kann, nach welcher Seite er fließt. Die Helvetier waren dabei, ihn auf Flößen und zusammengekoppelten Kähnen zu überschreiten. Sobald Cäsar durch Kundschafter erfuhr, daß die Helvetier bereits drei Viertel derer Streitkräfte über diesen Fluß geführt hatten, daß etwa ein Viertel noch diesseits der Saine übrig sei, gelangte er, noch während der dritten Nachwache (0 - 3 Uhr) mit drei Legionen aus dem Lager aufgebrochen seiend, zu dem Teile, der noch nicht den Fluß überschritten hatte. Er griff sie, die nicht kampfbereit und völlig ahnungslos waren, an und machte einen großen Teil von ihnen nieder; die übrigen flohen (vertrauten sich der Flucht an) und verbargen sich in den nächsten Wäldern (ganz in der Nähe). Dieser Gau hieß Tigurinischer denn die gesamte helvetische Bevölkerung zerfiel in vier Gaue. Dieser eine Gau hatte, als er die Heimat zur der Zeit unserer Väter verlassen hatte, den Konsul Lucius Cassius getötet und sein Heer unters Joch geschickt. So mußte, sei es durch den Zufall oder nach dem Ratschlag der unsterblichen Götter, derjenige Teil der helvetischen Bevölkerung, der dem römischen Volke eine empfindliche Niederlage beigebracht hatte, zuerst büßen Strafe zahlen). Dabei rächte Cäsar nicht staatliches, sondern auch privates (nicht nur dem Staate, sondern auch ihm persönlich zugefügtes) Unrecht, weil seines Schwiegervaters Lucius Piso Großvater, den Legalen Lucius Piso, die Tiguriner in demselben Treffen wie den Cassius germordet hatten.

14

Sonntag, 7. Dezember 2008, 08:57

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Kapitel I
Kapitel 13

Hoc proelio facto, reliquas copias Helvetiorum ut consequi posset, pontem in Arari faciendum curat atque ita exercitum traducit. Helvetii repentino eius adventu commoti cum id quod ipsi diebus XX aegerrime confecerant, ut flumen transirent, illum uno die fecisse intellegerent, legatos ad eum mittunt; cuius legationis Divico princeps fuit, qui bello Cassiano dux Helvetiorum fuerat. Is ita cum Caesare egit: si pacem populus Romanus cum Helvetiis faceret, in eam partem ituros atque ibi futuros Helvetios ubi eos Caesar constituisset atque esse voluisset; sin bello persequi perseveraret, reminisceretur et veteris incommodi populi Romani et pristinae virtutis Helvetiorum. Quod improviso unum pagum adortus esset, cum ii qui flumen transissent suis auxilium ferre non possent, ne ob eam rem aut suae magnopere virtuti tribueret aut ipsos despiceret. Se ita a patribus maioribusque suis didicisse, ut magis virtute contenderent quam dolo aut insidiis niterentur. Quare ne committeret ut is locus ubi constitissent ex calamitate populi Romani et internecione exercitus nomen caperet aut memoriam proderet.

[hr]

Nachdem das Treffen stattgefunden hatte, ließ Cäsar, um die übrigen Scharen der Helvetier einholen zu können, eine Brücke über die Saine schlagen und führt so sein Heer hinüber. Die Helvetier, durch sein sofortiges Erscheinen beeindruckt, da sie einsahen, daß das, was sie selbst in zwanzig Tagen nur mit größter Mühe fertig gebracht hatten, daß sie nämlich den Fluß überschritten, jener (Cäsar) an einem Tage geschafft hatte, schicken Gesandte zu ihm; die Gesandtschaft Führer war Divico, der im Kriege mit Cassius Führer der Helvetier gewesen war. Dieser verhandelte folgendermaßen mit dem Cäsar: Wenn das römische Volk mit den Helvetiern Frieden schließe, so würden die Helvetier dorthin ziehen und dort sich aufhalten, wo Cäsar sie ansiedele und wünsche, daß sie sich aufhalten: suche er sie aber weiter mit Krieg heim, so möge er sowohl des alten Mißgeschickes des römischen Volkes als auch der alten Tapferkeit der Helvetier erinnern. Wenn er unversehens einen einzigen Gau angegriffen, da diejenigen, die den Fluß überschritten hätten, den ihrigen keine Hilfe mehr bringen konnten, so solle er deswegen entweder nicht stolz auf seine Tätigkeit sein oder sie selbst geringschätzen. Sie hätten es so von ihren Vätern und Ahnen gelernt, daß sie mehr mit ihrer Tapferkeit kämpften als sich auf List oder Hinterhalt verließen. Deshalb solle er nicht die Veranlassung geben, daß der Ort, wo sie stünden, von einer Niederlage des römischen Volkes einen Namen erhalte und die Erinnerung daran (der Nachwelt) überliefere.

15

Sonntag, 7. Dezember 2008, 09:03

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 14

His Caesar ita respondit: eo sibi minus dubitationis dari, quod eas res quas legati Helvetii commemorassent memoria teneret, atque eo gravius ferre quo minus merito populi Romani accidissent; qui si alicuius iniuriae sibi conscius fuisset, non fuisse difficile cavere; sed eo deceptum, quod neque commissum a se intellegeret quare timeret neque sine causa timendum putaret. Quod si veteris contumeliae oblivisci vellet, num etiam recentium iniuriarum, quod eo invito iter per provinciam per vim temptassent, quod Haeduos, quod Ambarros, quod Allobrogas vexassent, memoriam deponere posse? Quod sua victoria tam insolenter gloriarentur quodque tam diu se impune iniurias tulisse admirarentur, eodem pertinere. Consuesse enim deos immortales, quo gravius homines ex commutatione rerum doleant, quos pro scelere eorum ulcisci velint, his secundiores interdum res et diuturniorem impunitatem concedere. Cum ea ita sint, tamen, si obsides ab iis sibi dentur, uti ea quae polliceantur facturos intellegat, et si Haeduis de iniuriis quas ipsis sociisque eorum intulerint, item si Allobrogibus satis faciunt, sese cum iis pacem esse facturum. Divico respondit: ita Helvetios a maioribus suis institutos esse uti obsides accipere, non dare, consuerint; eius rem populum Romanum esse testem. Hoc responso dato discessit.

[hr]

Diesen antwortete Cäsar so: Umso weniger gebe es für ihn Bedenken, weil er das, was diese helvetischen Gesandten erwähnt hätten, noch im Gedächtnis habe, und er empfinde es um so schmerzlicher, jewenigeres sich durch das Verschulden des römischen Volkes ereignet habe: wenn sich dieses nämlich irgendeines Unrechtes bewußt gewesen wäre, so wäre es nicht schwer gewesen, auf der Hut zu sein; aber darin habe er sich getäuscht, insofern es weder einsehe, daß von ihm etwas begangen sei, weshalb es sich zu fürchten habe, noch glaube, ohne Grund zu fürchten zu sein. Wenn er aber auch die alte Schmach vergessen wolle, könne er etwa auch die Erinnerung an die eben erst gemachten Gewalttätigkeiten, daß sie gegen seinen Willen gewaltsam versucht hätten, durch die Provinz zu ziehen, daß sie die Häduer, daß sie die Ambarrer und daß sie die Allobroger heimgesucht hätten, aus seinem Gedächtnisse tilgen. Wenn sie sich ihres Gewinnes so ungebührlich rühmten und wenn sie sich wunderten, daß sie so lange straflos mit ihren Gewalttätigkeiten durchgekommen seien, so weise das gleichfalls darauf hin. Diese unsterblichen Götter seien es nämlich gewähnt, damit Menschen um so heftigeren Schmerz infolge eines Wechsels ihres Geschicks empfänden, denjenigen, die sie für ihre Ruchlosigkeit büßen lassen wollten, bisweilen größeres Glück und längere Straflosigkeit zu bewältigen. Obgleich dem so sei, werde er dennoch mit diesen Frieden schließen, wenn Geiseln von ihnen ihm gestellt wurden, damit er einsehe, daß sie das, was sie versprechen, tun würden, und wenn sie den Häduern für die Gewalttätigkeiten, die Einigen selbst und ihren Bundesgenossen zugefügt hätten, ebenso wenn sie den Allobrogern Genugtuung leisteten. Divico antwortet: So seien die Helvetier von ihren Vorfahren unterwiesen worden, daß sie Geiseln annehmen (sich stellen zu lassen), nicht zu stellen gewohnt seien: dessen sei auch das römische Volk Zeuge. Nachdem er diese Antwort gegeben hatte, ging er weg.

16

Sonntag, 7. Dezember 2008, 14:00

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 15

Postero die castra ex eo loco movent. Idem facit Caesar equitatumque omnem, ad numerum quattuor milium, quem ex omni provincia et Haeduis atque eorum sociis coactum habebat, praemittit, qui videant quas in partes hostes iter faciant. Qui cupidius novissimum agmen insecuti alieno loco cum equitatu Helvetiorum proelium committunt; et pauci de nostris cadunt. Quo proelio sublati Helvetii, quod quingentis equitibus tantam multitudinem equitum propulerant, audacius subsistere non numquam et novissimo agmine proelio nostros lacessere coeperunt. Caesar suos a proelio continebat, ac satis habebat in praesentia hostem rapinis, pabulationibus populationibusque prohibere. Ita dies circiter XV iter fecerunt uti inter novissimum hostium agmen et nostrum primum non amplius quinis aut senis milibus passuum interesset.

[hr]

Am darauffolgenden Tag brechen die Helvetier von diesem Platze auf. Das gleiche tat Cäsar, und er schickt die gesamte Reiterei, an Zahl etwa 4 000 Mann, die er aus der ganzen Provinz und den Ländern der Häduer und ihrer Bundesgenossen zusammengezogen hatte, voraus, die sehen soll, nach welchen Seiten die Feinde ziehen. Diese, der Nachhut zu hitzig nachgesetzt habend, geraten auf schlechtes Gelände mit der Reiterei der Helvetier ins Gefecht, und nur einige wenige von den Unsrigen fallen. Durch dieses Treffen übermütig gemacht, weil sie mit nur 500 Reitern eine so große Menge von Reitern geworfen hatten, beginnen sie, mit größerer Kühnheit von Zeit zu Zeit haltzumachen und mit ihrer Nachhut die Unsrigen zum Kampfe herauszufordern. Cäsar hielt seine Leute von einem Kampf zurück und begnügte sich für den Augenblick damit, den Feind an Räubereien, Streifzügen nach Futter und Verwüstungen zu hindern. Ca. 15 Tage marschierte man in der Weise, daß zwischen der Nachhut der Feinde und unserer Vorhut nicht mehr als fünf oder sechs Meilen (7-9 km) Zwischenraum war.

17

Sonntag, 7. Dezember 2008, 14:06

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 16

Interim cotidie Caesar Haeduos frumentum, quod essent publice polliciti, flagitare. Nam propter frigora [quod Gallia sub septentrionibus, ut ante dictum est, posita est,] non modo frumenta in agris matura non erant, sed ne pabuli quidem satis magna copia suppetebat; eo autem frumento quod flumine Arari navibus subvexerat propterea uti minus poterat quod iter ab Arari Helvetii averterant, a quibus discedere nolebat. Diem ex die ducere Haedui: conferri, comportari, adesse dicere. Ubi se diutius duci intellexit et diem instare quo die frumentum militibus metiri oporteret, convocatis eorum principibus, quorum magnam copiam in castris habebat, in his Diviciaco et Lisco, qui summo magistratui praeerat, quem vergobretum appellant Haedui, qui creatur annuus et vitae necisque in suos habet potestatem, graviter eos accusat, quod, cum neque emi neque ex agris sumi possit, tam necessario tempore, tam propinquis hostibus ab iis non sublevetur, praesertim cum magna ex parte eorum precibus adductus bellum susceperit; multo etiam gravius quod sit destitutus queritur.

[hr]

Zwischenzeitlich verlangte Cäsar täglich von den Häduern das Getreide, das sie im Namen ihres Stammes versprochen hätten. Daraufhin wegen der kalten Witterung, weil Gallien nach Norden, wie oben erwähnt, liegt, war nicht nur das Getreide auf den Feldern nicht reif, sondern es war auch nicht einmal an Grünfutter eine genügend große Menge vorhanden: dasjenige Getreide aber, das Cäsar auf der Saine in Schiffen nachgeführt hatte, konnte er deshalb weniger verwenden, weil die Helvetier von der Saine abgebogen waren, von denjenigen er nicht weggehen wollte. Von Tag zu Tag zogen die Häduer die Sache weiter hin: man liefere ab, man speichere auf, das Getreide sei da, sagen sie. Sobald Cäsar einsah, daß er viel zu lange hingehalten wurde und daß der Tag bevorstand, an dem man den Soldaten ihr Getreide zuteilen müßte, nachdem Ihre Fürsten zusammengerufen waren, von denen er eine große Menge im Lager hatte, unter diesen Diviciacus und Liscus, der das nächste Amt verwaltete, den die Häduer Vergobret nennen, der jährlich gewählt wird und Gewalt über Leben und Tod den Untergebenen gegenüber besitzt klagt er sie schwer an, daß er, obgleich weder gekauft noch von den Feldern genommen werden könnte, in so gefährlicher Zeit, bei solcher Nähe der Feinde von ihnen nicht unterstützt werde, zumal da er, zu einem großen Teile durch ihre Bitten veranlaßt, den Krieg unternommen habe, viel schwerer noch beklagt er sich, daß er hintergangen sei.

18

Sonntag, 7. Dezember 2008, 14:09

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 17

Tum demum Liscus oratione Caesaris adductus quod antea tacuerat proponit: esse non nullos, quorum auctoritas apud plebem plurimum valeat, qui privatim plus possint quam ipsi magistratus. Hos seditiosa atque improba oratione multitudinem deterrere, ne frumentum conferant quod debeant: praestare, si iam principatum Galliae obtinere non possint, Gallorum quam Romanorum imperia perferre, neque dubitare [debeant] quin, si Helvetios superaverint Romani, una cum reliqua Gallia Haeduis libertatem sint erepturi. Ab isdem nostra consilia quaeque in castris gerantur hostibus enuntiari; hos a se coerceri non posse. Quin etiam, quod necessariam rem coactus Caesari enuntiarit, intellegere sese quanto id cum periculo fecerit, et ob eam causam quam diu potuerit tacuisse.

[hr]

Nun erst bringt Liscus, durch die Rede Cäsars veranlaßt, vor, was er vordem verschwiegen hatte: Es gebe einige, deren Ansehen beim niedrigen Volke sehr viel gelte, die als Privatleute größeren Einfluß besäßen als selbst die Behörden. Die hielten durch aufrührerische und boshafte Rede die große Masse davon zurück, das Getreide zu liefern, das sie liefern sollten: es sei besser, wenn sie schon die Führung in Gallien nicht behaupten könnten, das Regiment der Gallier als das der Römer zu ertragen; auch zweifelten diese nicht daran, daß die Römer, wenn sie die Helvetier überwunden hätten, zusammen mit dem übrigen Gallien den Häduern die Freiheit rauben würden. Von diesen (Leuten) würden unsere Pläne und was im Lager vor sich gehe den Feinden verraten; diese könnten von ihm nicht im Zaume gehalten werden. Ja, was er, durch die Notlage gezwungen, Cäsar mitgeteilt habe, so sah er ein, unter welch großer Gefahr er das getan habe, und aus diesem Grunde habe er, so lange er gekonnt, geschwiegen.

19

Sonntag, 7. Dezember 2008, 14:17

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 18

Caesar hac oratione Lisci Dumnorigem, Diviciaci fratrem, designari sentiebat, sed, quod pluribus praesentibus eas res iactari nolebat, celeriter concilium dimittit, Liscum retinet. Quaerit ex solo ea quae in conventu dixerat. Dicit liberius atque audacius. Eadem secreto ab aliis quaerit; reperit esse vera: ipsum esse Dumnorigem, summa audacia, magna apud plebem propter liberalitatem gratia, cupidum rerum novarum. Complures annos portoria reliquaque omnia Haeduorum vectigalia parvo pretio redempta habere, propterea quod illo licente contra liceri audeat nemo. His rebus et suam rem familiarem auxisse et facultates ad largiendum magnas comparasse; magnum numerum equitatus suo sumptu semper alere et circum se habere, neque solum domi, sed etiam apud finitimas civitates largiter posse, atque huius potentiae causa matrem in Biturigibus homini illic nobilissimo ac potentissimo conlocasse; ipsum ex Helvetiis uxorem habere, sororum ex matre et propinquas suas nuptum in alias civitates conlocasse. Favere et cupere Helvetiis propter eam adfinitatem, odisse etiam suo nomine Caesarem et Romanos, quod eorum adventu potentia eius deminuta et Diviciacus frater in antiquum locum gratiae atque honoris sit restitutus. Si quid accidat Romanis, summam in spem per Helvetios regni obtinendi venire; imperio populi Romani non modo de regno, sed etiam de ea quam habeat gratia desperare. Reperiebat etiam in quaerendo Caesar, quod proelium equestre adversum paucis ante diebus esset factum, initium eius fugae factum a Dumnorige atque eius equitibus (nam equitatui, quem auxilio Caesari Haedui miserant, Dumnorix praeerat): eorum fuga reliquum esse equitatum perterritum.

[hr]

Cäsar hat gemerkt, daß durch diese Rede des Liscus Dumnorix, der Bruder des Diviciacus, gemeint sei, aber, weil er nicht wollte, daß diese Angelegenheiten in Anwesenheit mehrerer erörtert würden, entläßt er schnell die Versammlung, den Liscus behält er zurück. Er befragte ihn unter vier Augen über das was er in der Zusammenkunft geäußert hatte. Er äußert sich freier und viel kühner. Nach dem Gleichen erkundigte sich Cäsar im geheimen bei anderen; er fand, daß es wahr war. Dumnorix selber sei es, von äußerster Verwegenheit, von großer Beliebtheit beim niederen Volke wegen seiner Freigiebigkeit und begierig nach Neuerungen (auf Umsturz sinnend). Viele Jahre habe er die Zölle und alle übrigen staatlichen Einkünfte der Häduer für einen geringen Preis gekauft (gepachtet) und zwar deswegen, weil, wenn er biete, niemand dagegen zu bieten wage. Dadurch habe er sowohl sein eigenes Vermögen vergrößert als auch reiche Mittel zum Schenken erworben; eine riesige Zahl Reiterei unterhalte er immer auf eigene Kosten und habe sie um sich, und nicht nur in der Heimat, sondern auch bei den Nachbarstämmen sei sein Einfluß groß, und dieses Einflußes wegen habe er seine Mutter im Lande der Bituriger an einen äußerst vornehmen und mächtigen Mann verheiratet, er selber habe eine Frau aus Helvetien und eine Schwester von mütterlicher Seite (Stiefschwester) sowie seine (übrigen) weiblichen Verwandten in andere Stämme verheiratet. Wegen dder Verwandtschaft sei er den Helvetiern günstig gesinnt und gewogen, er hasse auch aus persönlichen Gründen Cäsar und die Römer, weil durch ihre Ankunft seine Macht geschwächt und sein Bruder in seine alte Stellung von Gunst und Ansehen wieder eingesetzt worden sei. Falls den Römern etwas widerfahre, so komme er in die höchste Hoffnung, mit Hilfe der Helvetier die Königsherrschaft zu erlangen; unter der Herrschaft des römischen Volkes gebe er die Hoffnung nicht nur auf die Königsherrschaft auf, sondern auch auf die Behauptung des Einflußes, den er besitze. Cäsar bekommt auch bei der Untersuchung nach und nach heraus, daß in dem unglücklichen Reitertreffen vor wenigen Tagen der Anfang mit seiner Flucht (d. h. mit der in ihm vorgekommenen Flucht) von Dumnorix und seinen Reitern gemacht worden sei - denn die Reiterei, die die Häduer Cäsar zu Hilfe geschickt hatten, stand unter dem Befehle des Dumnorix; durch deren Flucht sei die übrige Reiterei erschreckt worden.

20

Sonntag, 7. Dezember 2008, 14:21

RE: caesar bellum gallicum Übersetzung

Liber I
Kapitel 19

Quibus rebus cognitis, cum ad has suspiciones certissimae res accederent, quod per fines Sequanorum Helvetios traduxisset, quod obsides inter eos dandos curasset, quod ea omnia non modo iniussu suo et civitatis sed etiam inscientibus ipsis fecisset, quod a magistratu Haeduorum accusaretur, satis esse causae arbitrabatur quare in eum aut ipse animadverteret aut civitatem animadvertere iuberet. His omnibus rebus unum repugnabat, quod Diviciaci fratris summum in populum Romanum studium, summum in se voluntatem, egregiam fidem, iustitiam, temperantiam cognoverat; nam ne eius supplicio Diviciaci animum offenderet verebatur. Itaque prius quam quicquam conaretur, Diviciacum ad se vocari iubet et, cotidianis interpretibus remotis, per C. Valerium Troucillum, principem Galliae provinciae, familiarem suum, cui summam omnium rerum fidem habebat, cum eo conloquitur; simul commonefacit quae ipso praesente in concilio [Gallorum] de Dumnorige sint dicta, et ostendit quae separatim quisque de eo apud se dixerit. Petit atque hortatur ut sine eius offensione animi vel ipse de eo causa cognita statuat vel civitatem statuere iubeat.

[hr]

Nachdem dieses in Erfahrung gebracht worden war, da zu diesen Verdachtsgründen die völlig sicheren Tatsachen hinzukamen, daß er die Helvetier durchs Land der Sequaner geführt habe, daß er unter ihnen habe Geiseln stellen lassen, daß er dies alles nicht bloß ohne seinen und des Stammes Befehl, sondern sogar ohne ihr Wissen getan habe und daß er von dem Oberhaupts der Häduer (dem Vergobreten) beschuldigt werde, glaubte Cäsar, es sei genügend Grund vorhanden, daß er gegen ihn entweder selbst einschreite oder dem Stamme einzuschreiten befehle. Diesen vielen Gründen stand nur das eine dagegen, daß er seines Bruders Diviciacus Ergebenheit dem römischen Volke gegenüber, als die nächste, sein Wohlwollen gegen ihn persönlich als das nächste, seine ausgezeichnete Treue, Gerechtigkeit und Maßhaltung kennengelernt hatte; denn er fürchtete, durch diese (des Dumnorix) Hinrichtung Diviciacus zu kränken. Daher ließ er, bevor er etwas unternimmt, Diviciacus zu sich rufen, und nach Entfernung der alltäglichen (d. h. der alltäglich verwendeten) Dolmetscher bespricht er sich mit ihm durch Vermittlung des Gajus Valerius Procillus, eines Fürsten der Provinz Gallien, eines guten Freundes von ihm, dem er in allen Dingen das höchste Vertrauen schenkte; zugleich erinnerte er daran, was in seiner Gegenwart in der Versammlung der Gallier über Dumnorix gesagt worden ist, und offenbart, was jeder einzeln über ihn bei ihm gesagt hat. Er bittet und fordert ihn auf (er bittet ihn dringend), daß er ohne die Kränkung seinerseits entweder selbst inbetreff seiner (seines Bruders) nach Untersuchung der Sache beschließen oder dem Stamme zu beschließen befehlen dürfe.